Europäische Märkte: drei Themen

Tom Stubbe Olsen, Gründer von Mensarius AG und Portfoliomanager der European Value-Strategie von Nordea Asset Management kommentiert drei aktuelle Themen, die europäische Märkte belasten: Zölle und ein sich immer stärker abzeichnender Handelskrieg, die Rückkehr der Inflation und Sorgen um die finanzielle Stabilität Italiens.


Tom Stubbe Olsen, Gründer von Mensarius AG und Portfoliomanager der European Value-Strategie von Nordea Asset Management kommentiert drei aktuelle Themen, die europäische Märkte belasten: Zölle und ein sich immer stärker abzeichnender Handelskrieg, die Rückkehr der Inflation und Sorgen um die finanzielle Stabilität Italiens.

1. Potentielle Eskalation des Handelskriegs
Das instabile Verhältnis der USA zu ihren weltweiten Handelspartnern hat die Schlagzeilen beherrscht und die Märkte beeinflusst. Zölle führen zu höheren Einkaufspreisen und Inflationsdruck.

Aus dem Rauschen kristallisiert sich ein Trend klar heraus, nämlich die Rückkehr des Preisauftriebs. Rohstoffe verteuern sich seit geraumer Zeit, Unternehmen müssen mit höheren Einkaufspreisen zurechtkommen, und die Kurse an den Börsen spiegeln langsam einen erwarteten Inflationsanstieg wider. Wie stark die Teuerung in näherer Zukunft anzieht, bleibt abzuwarten. In jedem Fall aber müssen sich die meisten Firmen auf höhere Rohstoffkosten und Löhne einstellen – und auch ein Handelskrieg bzw. entsprechend höhere Zölle würden ihre Einkaufspreise weiter nach oben treiben.

2. Die Bedeutung von Preismacht
Wenn sich der Inflationstrend umkehrt, wird Preismacht entscheidend für nachhaltige Rentabilität und hohe Ertragskraft von Unternehmen. Während der extrem expansiven Phase der Geldpolitik war die Preismacht weniger relevant, weil die Kurse eher auf Kennzahlen als auf den Gewinnen beruhten. Angesichts moderat steigender Zinsen haben die Kennzahlen aber kaum noch Steigerungspotential, und so rücken Preismacht (und Ertragskraft) mit Sicherheit wieder in den Mittelpunkt – und das umso mehr, wenn sie auch noch rückläufige Kennzahlen ausgleichen müssen.

Solange die Inflation moderat bleibt, profitieren Unternehmen mit Preismacht sogar, weil die Preise das Umsatzwachstum bei konstanten oder steigenden Margen positiv beeinflussen. In allen Branchen und Wertschöpfungsketten wird sich herauskristallisieren, welche Unternehmen die Kosteninflation zum Schutz ihrer Gewinnmargen weitergeben können, und wo die Gewinne unter Druck geraten.

3. Haushaltsentscheidung der italienischen Regierung
Italienische Aktien und Anleihen brachen am 28. September stark ein, nachdem die populistische Regierung ihre Haushalts- und Finanzziele für 2019 bekannt gab. Die Anleger sorgen sich um die finanzielle Stabilität des Landes und seine hohe Schuldenquote – nach Griechenland die zweithöchste in der Eurozone.

Die Koalitionsregierung aus Fünf-Sterne und Liga hat sich höhere Sozialausgaben und Steuersenkungen auf die Fahnen geschrieben. Sollte sie dabei bleiben, steigt das italienische Haushaltsdefizit fast auf die EU-Obergrenze von 3% des BIP. Das Ziel von 2,4% des BIP für 2019 (dreimal so viel wie von der Vorgängerregierung geplant) lässt vermuten, dass die neue italienische Führung die Wahlversprechen einlösen will, die ihr zum Sieg verholfen haben. Nach der Ankündigung stieg die zehnjährige Rendite italienischer Staatsanleihen von 2,8% auf 3,3% (Stand 02.10.2018), während die Renditedifferenz gegenüber deutschen Bundesanleihen – das Barometer für das Marktinteresse an italienischen Anleihen – nach einem Tief von etwa 2,3% Ende September auf 2,9% nach oben schnellte (Stand 02.10.2018). Neben Anleihen erlitten besonders italienische Banken und Finanztitel Verluste. Italiens Haushaltsentwurf für 2019 wurde zur Genehmigung eingereicht, jedoch von der Europäischen Kommission am Dienstag, den 23. Oktober zurückgewiesen. Italien hat jetzt drei Wochen Zeit, eine überarbeitete Version vorzulegen, die die Kommission wiederum innerhalb von drei Wochen prüfen muss. Der Konflikt könnte sich also bis Anfang Dezember hinziehen.

Auch wenn Italien aktuell eher als Sonderfall gilt, sollten wir die Auswirkungen dieser Entscheidung, die eines der am stärksten verschuldeten Länder des Euroraums in einen direkten Konflikt mit der Europäischen Union bringt, nicht unterschätzen.

Über Nordea Asset Management:
Nordea Asset Management (NAM) gehört mit einem verwalteten Vermögen von EUR 216,8 Mrd*. zur Nordea Gruppe, dem größten Finanzdienstleister Nordeuropas (verwaltetes Vermögen EUR 311,5 Mrd*). NAM bietet europäischen sowie globalen Investoren eine breite Palette von Investmentfonds an. Wir betreuen eine große Anzahl an Kunden und Vertriebspartnern wie Banken, Vermögensverwalter, unabhängige Finanzberater und Versicherungsunternehmen.

Nordea Asset Management unterhält Standorte in Köln, Kopenhagen, Frankfurt, Helsinki, London, Luxembourg, Madrid, Mailand, New York, Oslo, Paris, Sao Paulo, Singapur, Stockholm, Wien und Zürich. Nordeas Präsenz vor Ort geht Hand in Hand mit dem Ziel, ansprechbar zu sein und unseren Kunden den besten Service zu bieten.

Der Erfolg von Nordea basiert auf einem nachhaltigen und einzigartigem Multi-Boutique Ansatz, welcher die Expertise spezialisierter interner Boutiquen mit exklusiven externen Kompetenzen verbindet. Dies erlaubt uns, zum Wohle unserer Kunden ein stabiles Alpha zu generieren. Die Lösungen von NAM erstrecken sich über alle Anlageklassen, von festverzinslichen Anlagen und Aktien bis hin zu Multi-Asset Lösungen, und über alle Regionen hinweg, sowohl lokal ,in Europa als auch in den USA, global und in den Schwellenländern.

*Quelle: Nordea Investment Funds, S.A., 30.09.2018

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